Von allen unseren Zuchthunden und deren Deckpartnern sind DNA-Profile angefertigt worden. Für den Welpenkäufer bedeutet dies die absolute Sicherheit, dass sein Welpe auch von dem Vater und der Mutter, die in den Ahnentafeln stehen, ist.

Bei dem Deckakt sind nur der Rüdenbesitzer und der Hündinnenbesitzer anwesend, ihnen allein muss vertraut werden. Es ist schon des öfteren vorgekommen, dass bestimmte Rüden zeugungsunfähig oder deckunwillig sind. Wenn dies bei einem hochdekorierten Rüden passiert, wäre es nicht das erste Mal, dass an dessen Stelle der Nachbarsrüde oder sonst ein Rüde zum Decken verwendet wird.

Wenn von den Hunden DNA-Profile existieren würden, wäre so ein Betrug sofort nachweisbar!

Im SVe.V. (Schäferhundeverein im VDH) sind DNA-Profile für alle Zuchthunde seit 2 Jahren Pflicht, weshalb beim ADRK e.V. (Allgemeiner Deutscher Rottweiler Klub e.V.) immer noch nicht, sollte dort erfragt werden!

 

Information zur Registrierung von Hunden in einer DNA-Datenbank

Aus dem Stammbaum eines Hundes heraus ergeben sich Anhaltspunkte auf die mögliche Merkmalsentwicklung eines Nachkommen. Somit wird der Wert eines Tieres auch von seiner Abstammung bestimmt. Abstammungs- und Identitätssicherung haben daher in der modernen Tierzucht seit jeher eine besondere Bedeutung. Fehlerhafte Angaben zur Abstammung können zum Beispiel durch nicht gewollte Bedeckungen oder Nachbedeckungen mit einem zweiten Rüden, durch Verwechslung mit gleichzeitig geborenen Welpen aus einem anderen Wurf oder auch durch Zusammenlegung zweier Würfe auftreten.

Die Kontrolle der genetischen Individualität und der Abstammung bei Hunden erfolgte bislang weitgehend mittels Blutgruppenserologie und verschiedenen polymorphen (vielgestaltigten) Proteinen. Molekulargenetische Verfahren haben aber in der letzten Zeit, vor allem wegen ihrer sehr hohen Aussagesicherheit, mehr und mehr diese älteren Verfahren abgelöst.
Über das modernste Verfahren, die Erstellung des sogenannten "DNA-Profils", zur Abstammungssicherung soll im folgenden etwas ausführlicher informiert werden.

Einführung

International wird die Methode "Genetischer Fingerabdruck" seit langem für verschiedene Fragestellungen angewandt und ist durch zahlreiche internationale Studien umfassend validiert, so dass es an ihrer Einsatzfähigkeit für die kompetente und sichere Abstammungsbegutachtung keine wissenschaftlich begründeten Zweifel mehr geben kann.

Herkunfts- bzw. Abstammungsbegutachtungen und Identitätsnachweise für Tiere spielen heute in vielen Bereichen eine wichtige Rolle.

  • in der Zuchtbuchführung
  • beim Verkauf von Nachkommen wertvoller Elterntiere
  • beim Handel mit artgeschützten Tieren
  • als Herkunftsnachweis gegenüber den Artenschutz- oder Zollbehörden
  • bei versicherungsrechtlichen Fragen
  • in der Gerichtsmedizin

Die DNA-Analyse in der Abstammungs- und Identitätsbegutachtung hat gegenüber den blutgruppenserologischen Verfahren einige Vorteile:

  • Die Untersuchung ist praktisch sofort nach der Geburt eines Tieres möglich.
  • Die Untersuchung ist prinzipiell bei allen Spezies durchführbar.
  • Die DNA-Verfahren sind zwar technisch anspruchsvoll, durch die rasante technologische Entwicklung der letzten Jahre aber sehr kostengünstig zu gestalten.
  • Auch bei Fehlen eines Elternteils ist eine Abstammungsuntersuchung unter Umständen durchaus möglich.
  • Das in den Laboren routinemäßig angewandte DNA-Verfahren für die Abstammungsbegutachtung gewährleistet:
  • eine zuverlässige Aussage mit einer Sicherheit von 99,9% und mehr.
  • ein schnelles Ergebnis in der Regel innerhalb von zwei Wochen.
  • eine Analyse, die von Verbänden, Behörden und Gerichten anerkannt ist.
  • eine kostengünstige Begutachtung.

Das Probenmaterial

Die DNA ist in den Zellkernen aller Körperzellen vorhanden, daher eignen sich prinzipiell alle Arten von zellhaltigem Gewebe für eine DNA-Analyse. Das DNA-Typisierungsmuster ist dasselbe, unabhängig davon, aus welchen Körperzellen eines Individuums die Untersuchungsprobe abstammt. Da jedoch für einen genetischen Fingerabdruck mit ca. 10 µg (1 µg entspricht 1 Millionstel Gramm, diese Menge ist in ca. 1 Million Zellen enthalten) relativ viel DNA benötigt wird, ist eine Analyse aus einer Blutprobe am sinnvollsten.

In der Regel genügen 3-5 ml Blut. Bei Reptilien und Vögeln, bei denen die roten Blutkörperchen noch einen Zellkern besitzen, reichen sogar wenige Tropfen Blut aus. Wichtig ist, dass dem Blut ein Gerinnungshemmer (EDTA) beigemischt wird. Für Vögel und Reptilien können spezielle Probengefäße angefordert werden.

Alle vorliegenden Blut- und DNA-Proben erhalten eine eigene Erkennungsnummer und werden in einer Blut- bzw. DNA-Bank gelagert, so daß auch über den Tod der Tiere hinaus weitere Untersuchungen möglich sind. Es ist in der Regel nur eine einmalige Blutentnahme erforderlich, um regelmäßig die Nachkommen von bereits eingelagerten Elterntieren zu begutachten.

Die Blutproben können ungekühlt per Post verschickt werden, sollten jedoch am Anfang der Woche entnommen und sofort versandt werden. Sofern die Blutproben der zu untersuchenden Tiere eines Falles getrennt verschickt werden, muss eine Kopie des Antrages auf Abstammungsuntersuchung allen Zusendungen beiliegen, um eine eindeutige Probenzuordnung zu ermöglichen.

Die Berechnung der Elternschaftswahrscheinlichkeit

Durch die hohe Zahl sehr variabler DNA-Orte und die damit verbundene große Informationsdichte sind extrem genaue und zuverlässige Aussagen (>99,9%) möglich.

Ein Vaterschaftsausschluss ist vergleichsweise einfach zu führen: finden sich mehr als zwei Ausschlusskonstellationen, so ist die Vaterschaft extrem unwahrscheinlich. Die Vaterschaft wäre dann nur durch mehrere voneinander unabhängige Mutationsereignisse in den Keimzellen des Vaters zu erklären, wobei jedes Ereignis für sich allein schon sehr unwahrscheinlich (1:1000 und weniger) ist. Für das Auftreten von zwei gleichzeitigen Mutationsereignissen besteht somit eine Wahrscheinlichkeit von wenigstens 1: 1.000.000.

Dagegen ist der Nachweis einer tatsächlichen Vaterschaft schwieriger zu führen. Die in den Gutachten angegebenen Wahrscheinlichkeitswerte berechnen sich aus einem Verhältniswert, dem sog. Likelihood-Quotienten. Hierbei wird das Wahrscheinlichkeitsverhältnis aus zwei Hypothesen berechnet:

  • Hypothese 1: Das untersuchte Individuum ist das tatsächliche Vatertier
  • Hypothese 2: Ein anderes männliches Individuum ist das tatsächliche Vatertier
  • Ein Wahrscheinlichkeitswert von 99,9% pro Vaterschaft bedeutet somit: die Hypothese 1 ist aufgrund der beobachteten Untersuchungsergebnisse 1000mal wahrscheinlicher als Hypothese 2. Bei 99,9999% ist Hypothese 1 1.000.000mal wahrscheinlicher als Hypothese 2. Für die Abstammungsprüfung der Mutter wird analog verfahren.

Für die Berechnung der Elternschaftswahrscheinlichkeit aus einem Multi-Locus Muster muss ein mathematischer Ansatz herangezogen werden. Der Wahrscheinlichkeitswert für eine Vaterschaft errechnet sich wie angegeben nach dem Verhältnis Hypothese 1 zu Hypothese 2. Die hohe Informationsdichte eines Multi-Locus-Fragmentmusters bedingt eine sehr hohe Beweissicherheit, die unabhängig von Häufigkeitsschätzungen ist.

Für die Stammbaumsicherung und eine akkurate Zuchtbuchführung ist ein sicherer Abstammungsnachweis unerlässlich. Die DNA-Analyse erbringt einen solchen fälschungssicheren Nachweis und führt zu zuverlässigen Angaben im Zuchtbuch, dem wichtigsten 'Kapital' des Züchters und des Vereins. Sichere Stammbäume sind bei der Erforschung von Erbkrankheiten eine der wichtigsten Voraussetzungen und dienen damit zukünftig auch dem Wohl des einzelnen Tieres sowie der ganzen Rasse. Da die Erforschung des Hundegenoms immer schneller voranschreitet, ist diesem Thema frühzeitig besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Der Vorteil liegt in der eindeutig nachgewiesenen Richtigkeit der Abstammungsangaben. Der Züchter erhält vom Verein eine entsprechende Bestätigung, daß seine Tiere DNA-geprüft sind. Dies kann der Züchter gegenüber seinen Kunden als Beleg dafür verwenden, daß bei ihm alles mit rechten Dingen zugeht. Dies stärkt nachhaltig das Vertrauen der Käufer. Eine frühzeitig nachgewiesene Fehlabstammung kann erhebliche Probleme vermeiden, die auftreten können, wenn diese ohne Untersuchung erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgedeckt werden.

 

Beispiele aus der Praxis

Eine unbeabsichtigte Doppelbelegung

Eine Züchterin ließ ihre Hündin von einem wertvollen Rüden belegen und kehrte zu ihrem Zwinger zurück. In einem unbedachten Moment passierte dann das Missgeschick - einer ihrer eigenen Rüden wollte es sich nicht nehmen lassen, auch noch schnell zum Zuge zu kommen. Nach der Geburt der Welpen kamen Zweifel auf, ob alle Nachkommen auch vom gewünschten Rüden abstammten.

Ohne Nachweis sollte die Züchterin daher keine Papiere für die Welpen erhalten. Über ein DNA-analytisches Gutachten konnte bewiesen werden, daß in der Tat 2 der 5 Welpen von dem eigenen Rüden der Züchterin und die anderen drei Welpen vom gewünschten Deckrüden abstammten. Mit diesem Ergebnis konnten für alle Nachkommen die richtigen Stammbäume und Zuchtpapiere ausgestellt werden.

Der entlaufene Hund

Während eines Spazierganges glaubte eine Frau ihren vor einigen Monaten entlaufenen Mischlingsrüden 'Ricki' an der Seite eines neuen Besitzers wiederzuerkennen. Ein Gespräch ergab, dass der jetzige Besitzer das Tier vor vier Monaten in einem Tierheim gekauft hatte, aber das Tier keinesfalls aufgrund einer Vermutung wiederhergeben wollte. Die Frau zog vor Gericht und die Firma Genedia wurde beauftragt, wenn möglich, ein erbbiologisches Gutachten zu erstellen. Durch detektivische Kleinarbeit konnten die Besitzer der Elterntiere ermittelt werden, die zum Glück noch nicht verstorben waren. Mittels der modernen Mikrosatellitenanalyse konnte schnell zweifelsfrei bewiesen werden, daß es sich bei 'Ricki' tatsächlich um einen Nachkommen der ermittelten Elterntiere handelte, der so dank der DNA-Analyse wieder zu seinem ursprünglichen Zuhause zurückkehren konnte.

Ein Fall von Tierquälerei

Ein besonders krasser Fall von Tierquälerei wurde im vergangenen Jahr an uns herangetragen. In einer Mülltonne wurden 6 Welpen aufgefunden, von denen 5 bereits verstorben waren. der hinzugezogenen örtliche Tierschutzverein übernahm das noch lebende Tier und leitete die Angelegenheit an das zuständige Gericht weiter. Eine tierärztliche Untersuchung stellte fest, dass die Tiere keines natürlichen Todes gestorben waren, sondern verhungerten. Nachforschungen in der näheren Umgebung des Fundorts ergaben Hinweise auf einen suspekten Hundezüchter, der über Tiere der gleichen Rasse wie die Welpen verfügte. Das Gericht veranlasste, dass von allen adulten Tieren des Züchters Blutproben genommen und einer Abstammungsuntersuchung unterzogen werden sollten.

Die ermittelten Genotypenformeln der verstorbenen sowie des überlebenden Welpen wurden daraufhin untersucht, ob sie zu Tieren des verdächtigen Züchters paßten. Das Ergebnis des Puzzles zeigte eindeutig, dass alle aufgefundenen Welpen auf ein bestimmtes männliches und weibliches Tier zurückzuführen waren.
Mit dem Ergebnis konfrontiert blieb dem Züchter nichts anderes übrig, als zuzugeben, dass er sich auf diese grausame Art der Welpen entledigen wollte.

Autounfall

Ein Hund läuft in ein fahrendes Auto - ein für den Autofahrer wie für den Hundebesitzer schreckliches Ereignis. Im vorliegenden Fall verursachte ein Hund einen Auffahrunfall, bei dem zum Glück keine Verletzten zu beklagen waren. Das Tier war nach dem nicht allzu heftigen Zusammenprall noch in der Lage zwischen den Häusern zu entkommen. Der Autofahrer nahm die Verfolgung auf und stieß in einem Hinterhof auf einen Zwinger in dem sich nach seinem Glauben der Unfallverursacher befand. Nachdem die Polizei zur Hilfe geholt worden war, konnte der Eigentümer ermittelt werden. Nach seinen Angaben befand sich das Tier zum Unfallzeitpunkt in dem Zwinger, konnte also nicht der Unfallverursacher gewesen sein. Augenscheinlich hatte das Tier auch keine äußerlichen Verletzungen. Dennoch sicherten die Polizeibeamten Beweismaterial, indem sie dem Tier einige Haare abschnitten. Der Autobesitzer gab sein Fahrzeug in die Werkstatt, wo der Blechschaden beseitigt werden sollte. Dort wurden bei den Arbeiten zwei Hundehaare sichergestellt. Der Anwalt des Autobesitzers beantragte eine molekularbiologische Identitätsfeststellung. Die vom Gericht an uns herangetragene Fragestellung lautete: Stammen die am Fahrzeug des Klägers sichergestellten Haare von dem Tier des Beklagten?

Für eine Analyse wurde das Beweismaterial ins Labor gesandt, wo zunächst festgestellt wurde, dass die abgeschnittenen Haare des verdächtigten Tieres nicht zu gebrauchen waren. Notwendig sind die Haarwurzeln, da sich nur in diesen das Erbgut, die DNA, befindet. Zunächst war es also erforderlich, entsprechendes Material anzufordern. In der Zwischenzeit konnte anhand einer einzigen Haarwurzel von den am Fahrzeug sichergestellten Haaren eine Genotypenformel erstellt werden. Es handelte sich in der Tat um Hundehaare.
Aus der Blutprobe des verdächtigen Tieres wurde nach Eingang der Probe ebenfalls die Genotypenformel erstellt und mit derjenigen des Spurenmaterials auf Identität überprüft.
Das Resultat war: die Genotypenformel aus den am Fahrzeug sichergestellten Haaren stimmte in keinem der untersuchten Merkmale mit denen aus der Probe des verdächtigen Tieres überein. Damit war eindeutig bewiesen, dass der verdächtige Hund keinesfalls der Unfallverursacher gewesen sein konnte, worüber der Hundebesitzer, wie auch seine Versicherung sehr erfreut waren.

 

Genauere Informationen können Interessierte im Internet unter folgenden Adressen nachlesen:

http://www.genedia.de

http://www.laboklin.de

(Quelle: www.Rottweiler2000.org)

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